Cigliano - Vercelli in Piemonte
Dieses Agrarzentrum ist wahrscheinlich römischen Ursprungs. Der unsichere Ursprung des Namens scheint sich auf das antike Geschlecht Cila zu beziehen, oder aber auf die topografische Angabe „Cis-Uliacum“, diesseits von Uliacum, ein Dorf im Nordwesten des Landes, das inzwischen verschwunden ist. Als die Gemeinde von Cigliano als Curtis de Cisiliano von Karl dem Großen 882 und von Otto III. 999 erwähnt wurde, war sie autonom, und zahlte nur dem Bischof von Vercell und dann der freien Gemeinde von Vercelli Tribut. Von der Jahrhunderte langen Geschichte von Cigliano sind weder ein antikes Castello, noch irgendwelche Mauern, die von den wütenden Spaniern zerstört wurden, übrig geblieben. Das wichtigste Denkmal ist der Campanile, der aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt und vierzig Meter in die Höhe ragt. Der Tradition nach wird die Gestaltung dem Architekten Filippo Juvarra zugeschrieben, der in diesen Jahren Turin und das savoyische Reich verschönerte. Neben dem Glockenturm befindet sich hier „l’Ala“, der antike überdachte Markt, der ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammt.
Unweit davon ragt die imposante Pfarrkirche „ Parrocchiale di Sant’Emiliano“ empor, die nach den Plänen des Archtekten N. Nervi erbaut wurde, und die mit ihren barocken und neoklassizistischen Elementen weitläufig und harmonisch ist. Geweiht wurde sie am 17. September 1820. Ihre Fassade stammt von einer Erneuerung in der Zeit des Faschismus. In ihrem Inneren heben sich unter den wertvollsten Leinwandmalereien aus der faschistischen Zeit zwei runde Malereien deutlich hervor, die aus der Schule Laninis stammen: „Natività“ („Christi Geburt“) und „Liberazione di Pietro“ („Befreiung des Petrus“). Ein weiteres bemerkenswertes Gemälde ist von Federico Pastoris, das berühmte Werk „La gloria di Sant’Emiliano“ („Der Ruhm des Heiligen Emiliano“), das zwischen Cherubinengeln hängt. Von besonderem Wert ist auch die monumentale Orgel, gefertigt von den Brüdern Serassi. Älter ist die Kirche „Chiesa di San Defendente“, die auf der Piazza Cavour steht, und deren Ursprung auf 1643 zurückgeht. Sie zeigt eine wunderschöne Ziegelfassade im Piemonteser Barockstil und wird von einem Glockenturm flankiert. Das Innere, das aus einem Schiff besteht, ist reich an Dekorationen und barocken Stucken und enthält eine wertvolle Grablegung, die Gaudenzio Ferrari zugeschrieben wird.
Von historischem und künstlerischem Interesse ist die Kirche „ Chiesa della Confraternita di Santa Caterina“ aus dem Ende des 16. Jahrhunderts, die für die Bevölkerung einen Andachtsort, denn hier wurde „la Madòna“, die Statue der „Madonna delle Grazie“ aus dem späten 17. Jahrhundert angebetet. Die „Confraternita“ wurden schließlich 1908 zu legitimen Besitzern und von da an ergingen sie sich in Arbeiten der Erweiterung und Verschönerung der Kirche. Ein weiterer Grund, diese Kirche unbedingt zu besuchen, besteht nun auch darin, dass das Gemälde, das die „Pietà“ darstellt, nach einer geschickt durchgeführten Restaurierung wieder an Ort und Stelle zurückgekehrt ist. Es ist dies ein Ölbildnis auf Leinwand mit beträchtlichen Maßen (145 x 118 cm), das allerdings nicht völlig eindeutig dem Künstlerkreis um Daniele Crespi, ein Mailänder Künstler der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und Mitarbeiter des Moncalvo und des Cerano, zugeschrieben wird. Es gibt noch mehrere kleine Kirchen, die Schätze verwahren. Darunter die Kapelle von „San Bernardo da Mentone“ sowie die Kirche „dei Santi Rocco e Sebastiano“ mit einem Altarbild von Luini, das die Madonna mit Kind zwischen zwei Heiligen darstellt.
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